Revierverhalten von Katzen

Nicht nur bei Freilaufkatzen ist Revierverhalten normal, dieses zeigen auch Wohnungskatzen. Um Revierkämpfe auf ein Minimum zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wie groß ist das Revier einer Katze?

Bei Wildkatzen ist die Größe ihres Reviers von überlebenswichtiger Bedeutung, denn nur innerhalb ihres Territoriums können sie auf Beutezüge gehen. Je größer ihr Revier ist, umso größer sind die Chancen, ein Beutetier zu erlegen. Bei Streunerkatzen und sehr unabhängigen Freigängerkatzen liegt der Fall ähnlich. Auch sie versuchen ein möglichst weitläufiges Gebiet zu besetzen. Manche Katzen auf dem Land nennen ein 10 bis 60.000 Quadratmeter großes Reich ihr eigen. In Städten ist die Konkurrenzsituation aufgrund der Vielzahl der Katzen dagegen deutlich höher. Zudem ist die Überschaubarkeit eines Reviers wesentlich schwieriger. Dementsprechend beläuft sich die Reviergröße zumeist auf unter 5000 Quadratmeter. Noch ein gutes Stück kleiner ist sie bei Wohnungskatzen. Hier gibt die Größe ihres Zuhauses die maximale Reviergröße vor. Ein Revierverhalten legen aber alle Katzen an den Tag. Dies kann fast jeder Katzenhalter bestätigen, der mehrere Katzen besitzt.

Revierverhalten von Katzen und Katern

Ein Revier ist in erster Linie dafür da, dort Beute zu machen, um so das Überleben zu sichern. Für die meisten Freigänger ist dies nebensächlich, denn sie werden Zuhause mit ausreichend Katzenfutter versorgt. Die Größe eines Reviers spielt für sie daher kaum eine Rolle. Doch egal ob es klein oder groß ist, das Revier wird regelmäßig auf bestimmten Pfaden abgegangen und überprüft. Vielleicht ist eine neue Katze zugezogen oder ein Nachbarstier hat die Grenze überschritten. Dann ist es an der Zeit, die eigenen Markierungen zu erneuern. Dies geschieht auf zweierlei Art und Weise: Zum einen markieren Katzen mit ihrem Urin. Diesen spritzen sie auf Nasenhöhe zum Beispiel an Büsche, Bäume, Zäune oder Hauswände. Zum anderen hinterlassen sie auf Bäumen Kratzspuren. Diese sind ein deutliches Zeichen dafür, dass dieses Revier besetzt ist.

Wie verteidigen Katzen ihr Revier?

Katzen versuchen grundsätzlich, Konflikte zu umgehen. Respektieren andere ihr Revier, kommt es zu keinen Auseinandersetzungen. Zum Teil gibt es sogar Überschneidungen, die von beiden Revierbesitzern akzeptiert werden. Revierstreitigkeiten lassen sich jedoch nicht immer vermeiden. Diese kommen besonders häufig bei unkastrierten Männchen vor. Von diesen stammen auch die markerschütternden Katzenschreie, die gelegentlich in der Nacht zu hören sind. Genügen diese nicht, um sein Gegenüber zu vertreiben, fahren sie die Krallen aus und verteilen Hiebe. Die Kämpfe können sehr brutal aussehen und sorgen für die eine oder andere Kratzwunde. Zumeist enden sie jedoch einigermaßen glimpflich, da es eher um ein Kräftemessen geht und nicht darum, dem Artgenossen besonderen Schaden zuzufügen. Weibliche Katzen sind zurückhaltender, aber eine Katze mit Jungtieren ist durchaus auch bereit, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Sollten Sie bei Ihrem Stubentiger Verletzungen feststellen, beobachten Sie diese. Falls sie ernsthaft sind oder sich entzünden, empfiehlt es sich, den Tierarzt aufzusuchen.

Revierkämpfe in der Wohnung

Wer ein Einzeltier in der Wohnung hält, braucht sich um Revierkämpfe keine Sorgen zu machen. Die Katze beansprucht einfach den kompletten Wohnbereich für sich und muss sich mit niemandem herumstreiten. Anders sieht es bei zwei oder mehr Tieren aus. Hier teilen sich die Katzen das Revier. Das kann völlig reibungslos funktionieren, aber es können auch Revierstreitigkeiten auftreten. Wenig Probleme gibt es, wenn zwei sich vertraute Jungtiere oder kastrierte Katzen einziehen. Kommt jedoch eine Zweitkatze hinzu oder sind die Tiere unkastriert, kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Diese sollte man nur bis zu einem gewissen Grad dulden. Anfauchen oder ein einzelner Hieb sind noch zu vertreten, ein Kampf sollte jedoch unterbunden werden. Nehmen Sie hierfür ein Kissen oder eine Decke, um Ihre Hände und Unterarme zu schonen.

Revierverhalten bei Wohnungskatzen beeinflussen

Falls es zwischen Ihren Katzen Revierstreitigkeiten gibt, sollten Sie die Situation vor Ort überprüfen. Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Katzen und überlegen Sie, woran die Unstimmigkeiten liegen könnten. Oftmals ist fehlende Ausstattung dafür verantwortlich. Jede Katze benötigt zwingend eine eigene Katzentoilette! Zudem eigene Näpfe, Spielzeug und ein Bett. Auch sollte der Kratzbaum so groß sein, dass jedes Tier dort einen eigenen Schlafplatz beanspruchen kann. Vielleicht ist es sogar sinnvoll, zwei Kratzbäume aufzustellen und somit jedem ein eigenes Revier zu bieten. 

Tipp: In unserem Artikel „Katzen aneinander gewöhnen“ finden Sie zahlreiche Tipps, wie Sie einen Neuzugang in einen bestehenden Katzenhaushalt integrieren können. Bei Problemen empfiehlt es sich, den Neuankömmling bis auf weiteres in einem extra Zimmer unterzubringen.

Markieren in den eigenen vier Wänden

Falls Sie Urinflecken in der Wohnung entdecken, stellt sich die Frage, ob die Katze unsauber ist oder markiert. Bei Unsauberkeit handelt es sich zumeist um größere Urinmengen, die in der typischen Hockstellung abgegeben werden. Beim Markieren sind die Mengen deutlich geringer und hierbei sprüht die Katze im Stehen den Urin aus. Es ist wichtig diesen Unterschied zu kennen, um entsprechend vorzugehen. In beiden Fällen empfiehlt es sich, sicherheitshalber einen Tierarzt aufzusuchen, um eventuelle Krankheiten erkennen und behandeln zu können. Stellt sich heraus, dass es sich eindeutlich um Markieren handelt, heißt es, die Ursache zu finden. Die erste Frage, die sich stellt ist, ob die Katze kastriert ist. Wenn nicht, haben Sie die Lösung vielleicht schon gefunden. Ein potenter Kater möchte auch bei reiner Wohungshaltung allen Tieren in der Umgebung signalisieren, dass er hier wohnt. Bei Freigängern ist sowieso zu empfehlen, dass sie kastriert sind, denn dadurch werden sie in weniger Kämpfe verwickelt. Ist dies bereits bei allen Katzen geschehen, könnte Stress der Grund für das Markieren sein. Steigern Sie das Wohlbefinder der Tiere, indem jedes eine eigene Grundausstattung erhält und überprüfen Sie, ob man vielleicht im Alltag etwas ändern könnte, um den Tieren Stress zu ersparen. Das könnte das Problem schon bald lösen.

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